Tipps zum Vorlesen

Tipps zum Vorlesen

Gutes Vorlesen ist ganz einfach, das schreiben wir nicht nur so. Mit ein paar wenigen Tipps zum Vorlesen gelingt es jedem. Allerdings solltest Du Dir zu allererst überhaupt gar keinen Druck machen. Wer Kindern vorliest, dem braucht nichts peinlich sein. Schon gar nicht bei den Eigenen.

  • Beim Vorlesen steht der Spaß im Vordergrund
  • Variiere zwischen Erzählen und Vorlesen
  • Schaffe eine ruhige und schöne Atmosphäre
  • Dein Kind entscheidet, was gelesen wird
  • Vorlesen ist interaktiv
  • Pausen sind wichtig, also keine Eile

Um Kindern vorzulesen musst Du kein meisterhafter Erzähler sein. Du nimmst nicht das neue Bestseller-Hörbuch auf, sondern liest Kindern vor. Im Vordergrund steht ganz klar der Spaß, nicht nur bei den Kindern, sondern auch beim Vorleser. Die folgenden Tipps zum Vorlesen sollen Dich unterstützen, aber keineswegs eine Erwartung an Dich selbst wecken. Lies so vor, wie Du und Dein Kind es mögen, dann ist es auch „gutes Vorlesen“.

7 Tipps für gutes Vorlesen

Diese Tipps zum Vorlesen können Dich beim täglichen Ritual unterstützen:

1. Variiere zwischen Erzählen und Vorlesen
Insbesondere jüngere Kinder können einer strikten Geschichte noch nicht folgen. Das trifft gerade dann zu, wenn das Verhältnis von Text zu Bild eher in Richtung Text ausfällt. Es ist ganz normal, dass die Konzentration bei jüngeren Kindern für textlastigere Geschichten noch nicht ausreicht. Dann macht es Sinn vom Vorlesen ins Erzählen über zu gehen, und zum Beispiel einzelne Bildelemente aufzugreifen.

2. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
Wie Dein Kind durch das regelmäßige Vorlesen die Sprache und vieles mehr erlernt, so erlernst Du dadurch das routinierte Vorlesen und Erzählen. Gehe also wie eingangs erwähnt völlig ohne Druck an die Sache ran. Wichtig ist viel mehr, das Du regelmäßig täglich in Form eines festen Rituals Deinem Kind mit Lust vorliest und weniger, ob Du ein geborener Geschichtenerzähler bist oder nicht.

3. Schaffe eine ruhige und schöne Atmosphäre
Egal ob im Bett, auf den Kissen auf dem Boden oder im Sessel. Sucht euch eine Kuscheloase für Dich und Dein Kind und macht euch es euch dort zusammen gemütlich. Ist das Vorlesen ein Abendritual, empfiehlt sich gedämpftes Licht. Die Bücher sollten stets griffbereit in der Nähe stehen, damit keine Unruhe dadurch entsteht, dass jemand während des Vorlesens das Zimmer verlässt.

4. Dein Kind entscheidet
Welches Buch heute Abend dran ist, sollte Dein Kind entscheiden. Du liest nicht für Dich selbst, sondern für Dein Kind vor. Daher sollte es auch bestimmen, welche Geschichte heute dran ist. Kinder haben oft einige Lieblingsbücher, von denen sie eine Zeit lang gar nicht genug bekommen können. Unsere Empfehlung: Da musst Du durch! Auch wenn das bedeutet, dass Sie im Hochsommer täglich die Geschichte mit dem Osterhasen vorlesen sollen. Tipp: Hat Dein Kind an einem Buch wenig Interesse, so muss dies keinesfalls gleich aus der Sammlung verschwinden. In ein paar Monate kann es schon zum neuen Lieblingsbuch geworden sein.

5. Vorlesen ist interaktiv
Kindern dürfen und sollen beim Vorlesen unterbrechen. Fragen und Kommentare sind mehr als willkommen. So kommst Du mit Deinem Nachwuchs ins Gespräch und arbeitest womöglich Themen auf, die im Alltag stecken geblieben sind. Ermahne also Dein Kind nicht unnötig zur Konzentration, sondern begrüße Unterbrechungen. So wird auch das immer gleiche Kinderbuch nie langweilig.

6. Sei selbst wieder Kind
Das Schöne daran ist, wenn man Kinder hat, dass man selbst wieder gelegentlich zum Kind werden darf. So auch beim Vorlesen! Probiere einfach aus, wonach Dir der Sinn steht. Experimentiere mit Stimmen für unterschiedliche Charaktere. Mache lauthals Tiergeräusche nach. Singe mal was. Sei Sie albern. Beim Vorlesen kannst Du Deinem Kind das Kind in Dir zeigen!

7. Mache Pausen
Vorlesen ist kein Wettrennen. Wenn Du es eilig hast, dann ist es definitiv der falsche Zeitpunkt zum Vorlesen. Lege Sie zwischen den Büchern, zwischen den Seiten und auf den Seiten ausreichend Pausen ein. Gib Deinem Kind die Zeit, die es braucht!

Wenn Du diese Tipps zum Vorlesen beherzigst, wird es zu einem Ritual, das sowohl Kind als auch Vorleser genießen werden.

Vorlesen im Kindergarten

Vorlesen im Kindergarten oder vor mehreren, teils nicht eigenen Kindern ist noch mal was ganz anderes. Denken viele Eltern jedenfalls. Hier baut sich teilweise schon ein Druck auf, der einem Vortrag vorm Chef gleicht.

Ja, Kinder, die man nicht so gut wie die eigenen kennt, können noch unberechenbarer sein, als die eigen. Was aber beim Abendritual gilt, gilt auch beim Vorlesen im Kindergarten: Der Spaß steht im Vordergrund und rein gar nichts muss einem peinlich sein. Lachen ist erwünscht, auch wenn es über Dich selbst ist. Blödel dann einfach rum und die Kleinen haben Dich schnell in ihr Herz geschlossen.

Zusätzlich zu den Tipps zum Vorlesen oben kannst Du folgendes mit einfliessen lassen:

Gestik und Mimik
Liest Du vor mehreren Kindern vor, z.B. im Kindergarten, solltest Du mit Deiner Gestik und Mimik spielen. Durch Grimassen und hektische Bewegungen lassen sich selbst die größten Zappler in den Bann einer spannenden Geschichte ziehen.

Blickkontakt
Solltest Du schon mal ein Seminar zum besseren Vortragen oder Reden vor Menschen besucht haben, wird Dir der folgende Ratschlag bekannt vorkommen: „Stell mit Deinem Publikum Blickkontakt her.“ Wer Menschen, so auch Kinder, persönlich durch Blickkontakt direkt anspricht, erntet deren ungeteilte Aufmerksamkeit. Zudem bietet Dir der Blick in die Menge ein direktes Feedback und Du kannst Art und Stil des Vorlesens anpassen.

Fragen
Involviere die Kinder in die Geschichte, indem Du direkte Fragen an alle oder einzelne Kinder im Bezug zur Geschichte stellst. So können die Kinder die Geschichte mit gestalten.

Richtig vorlesen

Mit den Tipps zum Vorlesen ist richtig Vorlesen kinderleicht. Hier noch mal die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:

Wir wünschen Dir und Deinem Kind viel Spaß beim Vorlesen und hoffen unsere Tipps zum Vorlesen helfen Dir weiter.